Wenn Cafés  und Rollkoffer die Kleinläden und Jutebeutel ersetzen: Die Ankunft der Gentrifizierung im eigenen Kiez

Seit Wochen wird die Wranglerstraße durch regelmäßige Aufmärsche zum Ort des Protests. Die Menschen sprechen sich gegen die Schließung eines Gemüseladens aus, wie das ZDF berichtet. Der Mietvertrag des Bizim Bakkals wurde vom neuen Vermieter des Hauses nicht verlängert. Steigende Mietpreise sind ein allgemein bekanntes Problem in den Bezirken Berlins. Dadurch werden immer mehr Kleinladenbesitzer vertrieben.

Widerstand in Berlin: Sowohl auf den Straßen als auch Online

Auch im Internet kämpfen die Berliner gegen grundlegende Änderungen ihrer Stadt an. Die Petition „rettet die Spätis“ hat bereits mehr als 26 Tausend Unterschriften. Christina Jurgeit, die Gründerin der Petition,kämpft dafür, dass die Spätkäufe auch weiterhin Sonntags Bier und Tabak verkaufen dürfen. Nach derzeitigem Stand des Gesetzes ist das verboten. Ob die Petition etwas bewirken wird, ist noch ungewiss. Klar ist jedoch: Das Berliner Volk kämpft gegen die Umstrukturierung ihrer Bezirke an. 

Szene- oder 0815-Stadt?

Wenn die Gentrifizierung auch in Zukunft nicht gestoppt oder zumindest eingedämmt wird, wird Berlin als Szenestadt immer mehr den Reiz verlieren. Dadurch geht der wesentliche Charakter der Hauptstadt verloren, denn dieser zeichnet sich nun mal durch „Kleinigkeiten“ aus: Spätis, die auch an Sonntagen das Nötigste bereitstellen, Kleinläden mit Charme und Nähe zu ihren Kunden sowie die fehlende generelle Sperrstunde.