Am Freitag wies das Berliner Amtsgericht die Klage der Charité für eine einstweilige Verfügung zur Aufhebung des Streikrechts ab. Somit wird auf unbestimmte Zeit gestreikt.

von Liridona Salihi

Streikmeldungen sind mittlerweile zu monotonen Begleiterscheinungen in unserem Alltag geworden. Deshalb überrascht es nicht, dass sich neben der Bahn und der Post auch das Pflegepersonal der Berliner Charité, Europas größter Uniklinik, in die Streikserie einreiht.

Ab kommenden Montag werden mehr als 20 Stationen geschlossen. Das bedeutet, dass über 1000 Betten leer bleiben und somit einem Drittel der möglichen Patienten die Pflege verwehrt wird.

Ist das noch gerechtfertigt?

Sicher ist, dass der Streik der Berliner Charité zu erheblichen Versorgungsengpässen führt und auf den Rücken der Patienten ausgetragen wird. Mit dem geplanten Streik erhofft sich das Klinikpersonal eine Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen. So soll beispielsweise laut Verdi die Zahl der Patienten pro Pfleger auf 5 reduziert werden. Zudem werden 600 neue Stellen gefordert, die jedoch mit Kosten in Höhe von 36 Millionen Euro einhergehen und für das Klinikum nicht finanzierbar sind.

Für finanzielle Schwierigkeiten der Charité sind jedoch nicht die Pfleger verantwortlich und deshalb ist jetzt die richtige Zeit, den Menschen zu helfen, die uns helfen, wenn es uns am schlechtesten geht.

 

(Bild: Michael, CC BY-ND 2.0)