Ergebnisse der Umsatzanalyse des Buchhandels 2018

Kaufen Menschen noch genügend Bücher, oder gehört die Welt der gedruckten Worte der Vergangenheit an? 

Darüber diskutieren Experten in den letzten Jahren immer wieder. Der Umsatz des Buchhandels stagniert und auch für 2018 prognostizierten sie einen klaren Verlust. Die Ergebnisse der Marktforschung von Media Control beweisen aber genau das Gegenteil: 2018 war ein gutes Jahr für den Buchhandel, mit einer Umsatzsteigerung – wenn auch nur von 0,1%.

Was rettete den Buchhandel?

Bis 5 Wochen vor Jahresende sahen die Umsätze auf dem deutschen Buchmarkt nicht gut aus. Durch das Weihnachtsgeschäft machten die Buchhändler so gute Umsätze, dass aus dem erwarteten Verlust noch ein Gewinn wurde.

Eine weitere Erkenntnis hat die Analyse der Media Control gebracht: Die 0,1% Umsatzsteigerung setzen sich zu großen Teilen aus dem Verkauf von E-Commerce zusammen. Der Verkauf von ausschließlich physischen Büchern ist im Vergleich zum Vorjahr um 0,6% gesunken. Bücher werden also immer mehr digital konsumiert.

Die rechtliche Hürde – wie findet ein Buch seinen Leser?

Bücher werden online fast ausschließlich durch Klappentexte und Fotos der Cover beworben und auch diese fallen in den Bereich des Urheberrechts. Plattformen wie Amazon arbeiten mit dem Upload-Filter, um zu erkennen ob ein Produkt gegen das Urheberrecht verstößt oder nicht. Sollten Händler also online Bücher zum Verkauf hochladen, deren Urheberrechte aber dem Autor oder dem Verlag gehören, könnte das rechtlich sehr kompliziert und teuer werden.

Die Debatte um Artikel 13 und den Upload-Filter betrifft auch den Handel durch E-Commerce. Denn gerade bei Texten stellt sich oft die Frage, wem die Rechte daran gehören. Die Antwort ist in den meisten Fällen wesentlich komplizierter als der Autor oder der Verlag. Geht es beispielsweise um Übersetzungen ist in vielen Fällen unklar, wer eigentlich die entsprechenden Rechte hat.

Erschütternd

Die Digitalisierung ermöglicht gerade Jungautoren einen Zugang für den ansonsten durch Verlage geregelten Buchmarkt. Doch genau dieser Verkauf auf Onlineplattformen birgt rechtlich am meisten Schwierigkeiten und könnte in Zukunft noch aufwendiger werden. Obwohl E-Commerce der einzige Grund ist, dass das Geschäft des Buchhandels nicht ausschließlich in die roten Zahlen rutscht, gestaltet sich de Zukunft des Onlinehandels mit Büchern schwierig.

 


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