Museen sind nur was für spießige Mittfünfziger, die nichts Besseres zu tun haben, als in muffigen Räumen überdimensionale Spritzer auf einer Leinwand anzustarren. Nicht unbedingt!

Wir zeigen dir Ausstellungen in und um Berlin, die du unbedingt besuchen solltest, um deinen Horizont und dein Wissen zu erweitern.

– von Laura Möller
1. Das Museum der Unerhörten Dinge

Hast du jemals darüber nachgedacht, was der tiefere Sinn eines Auerochsen-Horns sein könnte? Oder warum ein Werbekugelschreiber für jemanden die Welt bedeutet? Nein? Dann geht es dir wie vielen anderen, obwohl die Geschichte hinter Objekten doch oft viel interessanter ist, als zuerst vermutet.

Genau diese Geschichten werden vom „Museum der unerhörten Dinge“ erzählt. Geschichten, die es Wert sind gehört zu werden und somit der Bedeutung des Produktes noch mehr Sinn verleihen.
Mit genug Vorstellungskraft gelingt es der nostalgischen Fantasie, die Realität zu vergessen und ausschließlich der Geschichte zuzuhören.

Wo? Crellestrasse 5 10827 Berlin
Wann? Mittwoch bis Freitag 15 bis 19 Uhr
Preis? Bitte im Museum erfragen296589df-217b-42aa-b5e8-ed9233346782

2. Das Psychiatriemuseum

Was gibt es gruseligeres, als nachts in eine verlassene Nervenheilklinik einzubrechen? Für die meisten wahrscheinlich wenig. Doch wer sich für die Gegenstände und Geschichten hinter dem Grusel interessiert, ist im Psychatriemuseum genau richtig
Vor allem Fundstücke aus dem Psychiatrie Alltag der Vergangenheit werden ausgestellt. Seit 2004 gibt es eine weitere Dauerausstellung: „Die Landesanstalt Görden 1933 bis 1945. Psychatrie im Nationalsozialismus“. Es wird die Geschichte der Psychatrie und die darin vergangen Verbrechen während der Zeit des Nationalsozialismus dokumentiert.

Wo? Anton-Saefkow-Allee 2 14772 Brandenburg
Wann? Dienstag-Donnerstag 10-b 15 Uhr, jedes 2. und 4. Wochenende im Monat 10 – 15 Uhr
Preis? Eintritt frei

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3. Das Glaslaternen Freilichtmuseum

„Wilmersdorfer Witwe“ oder „BullenBein“ sind Bezeichnungen für Glaslaternen, die historischen Zeugen des Straßenlichts. Etwa 90 dieser nostalgischen Einzelstücke sind im „Glaslaternen Freilichtmuseum“ zu finden. Die Laternen stammen aus der Zeit zwischen 1826 -1956 und sind sozusagen Zeitzeugen. Zu sehen gibt es unter anderem einen prunkvoll verzierten, fünfarmigen Kandelaber oder gusseiserne Echsen als Abschluss eines Mastes. Das Museum ist Mitten im Tiergarten und daher jederzeit frei zugänglich. Abends ist sogar zu bestaunen, wie die Leuchten ihr warmes, gelbes Licht auf den Wegen verströmen.
Wo
? Im Tiergarten, an der straße des 17. Juni vor dem Berliner Pavillon
Wann? Jederzeit, in der Dämmerung werden die Laternen angeschaltet
Preis? Kostenlosebab5ffe-aa08-4cf8-9c9e-b7ef6527e108

4. Das Buchstaben Museum

Gut erhalten und sicher aufbewahrt gibt es im Buchstaben Museum Überbleibsel aus einer anderen Zeit. Ein zweites Leben für individuelle Schriftzüge die der Vereinheitlichung des Stadtbildes und dem Verschwinden traditioneller Unternehmen weichen mussten.
Zeichen und Buchstaben, die Städte über Jahrzehnte hinweg prägten. In alter Pracht und zum Anfassen nah erzählen sie Geschichten des Wandels. So zum Beispiel gibt es Berlins älteste Leuchtreklame aus den 20ern – den Schriftzug „Titania“ vom Steglitzer Kino – zu bestaunen.
Wo? Stadtbahnbogen 424 10557 Berlin
Wann? Freitag – Sonntag 13-17 Uhr
Preis? 6,50€ ermäßigt 3,50€

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5. Das Lippenstiftmuseum

Der Visagist René Koch hat eine so große Privatsammlung, dass er sich 2009 dazu entschied sie für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen: Das „Lippenstift-Museum René Koch“. In seinem Besitz befinden sich zahlreiche Schätze, darunter etwa 150 Kusskarten und Original Lippenstifte großer Diven.
Die Geschichte des Lippenstiftes wird auf höchst eindrucksvolle und märchenhafte Weise erzählt und das alles in den Privaträumen von René Koch. Doch es gibt nicht nur Antiquitäten und historisch wertvolle Beauty Produkte zu bewundern, denn der Visagist hat viele Anekdoten und Insiderwissen über Jahre gesammelt. Er bietet neben dem Besuch des Museums auch Beauty-Workshops und Vorträge an.

Wo? Helmstedter Straße 16 10717 Berlin
Wann? Besuch vorher anmelden
Preis? Preis individuell

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6. Vision Alive

Herumfliegende Zeichen und Formen zu passender Piano Musik. Ein ganz eigenes Spektakel, dass visuelle und auditive Kunst vereint. Auf etwa 1000 qm werden die Werke von sechzehn Künstlern, die bedeutend für die Epoche der „Klassischen Moderne“ waren, dargestellt.

Alle lebten in einer Zeit der politischen Umbrüche und des Krieges und heutzutage verbindet sie vor allem die Suche nach neuen, visuellen Formen.
Wer sich und seine Gedanken in einem Labyrinth künstlerischer Werke verlieren möchte, ist bei Vision Alive genau richtig. 16 kurze Filme zu jedem Künstler lassen genau das zu: Eine spannende Reise durch Zeit und Raum, getragen durch riesige Leinwände und Dolby Surround Sound.

Wo? Alte Münze, Molkenmarkt 2 10179 Berlin
Wann? Täglich von 10-20 Uhr
Preis? Normal 12,50€ ermäßigt 9,50€5877ec98-36e1-4c03-9097-584efc810ecb

 

Bild Kamera (license, Chris Arock)

Bild Haus  (license,  Ján Jakub Naništa)

Bild Laterne  (license, Maybritt Devriese)

Bild Schriftzug (licenseGavin Allanwood)

Bild Lippenstifte (license, Wang Xi)

Bild Farben (licenseDavid Clode)

Beitragsbild (licenseBianca Isofache)