Vor wenigen Wochen schockierte Facebook mit einem Datenskandal: Private Postings von über 14 Millionen Nutzern wurden für 9 Tage öffentlich angezeigt. Facebook steht nach dem Cambridge-Analytica-Skandal ohnehin schon massiv im Mittelpunkt, wenn es um Datenschutz und Privatsphäre geht.
Doch was teilen wir eigentlich auf Facebook, WhatsApp und Co.?

von Jasmin Pfanzelter

 

 

Tagtäglich sitze ich in der U-Bahn und starre – wie so ziemlich alle in dem Abteil – auf mein Handy. Ob nun dem Freund eine Guten-Morgen-Nachricht auf WhatsApp geschickt wird, der besten Freundin ein witziger Instagram-Post weitergeleitet oder durch den Facebook Feed gescrollt – die Zeit in der U-Bahn wird meistens mit dem Blick auf das Handy verbracht.

Durchschnittlich starrt jeder Smartphone-Nutzer 3,25 Stunden pro Tag ins Handy. Doch sind wir uns auch bewusst was für Informationen wir auf welchen Plattformen versenden?
Befragt haben wir Jugendliche im Alter von 15-17, Studierende von 20-27 und Berufstätige von 30-45.

 

WhatsApp

Studierende und Berufstätige schreiben auf WhatsApp meistens mit engen Freunden oder Familienmitgliedern. Die Kommunikation besteht dabei aus Textnachrichten, Sprachnachrichten und Bildern. Erwachsene nutzen als einzige Altersgruppe sehr häufig die Storyfunktion von WhatsApp.
Jugendliche schreiben mit ihren Freunden in Form von Emojis und Textnachrichten.
Bei der Frage, ob man persönliche oder intime Bilder auf WhatsApp oder anderen Plattformen verschickt, antworteten alle Teilnehmer der Befragung mit „Nein, natürlich nicht!„. Peinliche Bilder hingegen werden gerne an Freunde oder Familie verschickt.

 

Instagram

Instagram wird von Studierenden sehr stark genutzt: Sie reagieren auf Stories, kommunizieren mit Freunden und Fremden und schicken sich gegenseitig Posts oder Memes. Die Ästhetik von geposteten Bildern ist für Studierenden dabei besonders wichtig.
Nur wenige Berufstätige nutzen Instagram und wenn etwas gepostet wird, achten sie genau darauf, was sie veröffentlichen.
Jugendliche schreiben Textnachrichten und verschicken Posts hauptsächlich an 3 bis 4 Freunde auf Instagram. Gepostet werden Selfies, Stories hingegen eher selten.
Während es einige Studierende stört, dass sie manche ihrer Follower nicht kennen, macht dies Jugendlichen nichts aus: „Es ist ähnlich, als würde mich jemand in der Öffentlichkeit sehen, wie ich durch die Straßen gehe.“.

 

Facebook

Facebook wird bei Studierenden für Events, für Kommunikation und den Marketplace genutzt. Dabei wird mit Geschäftspartnern oder Menschen, deren Telefonnummer nicht in den Kontakten gespeichert ist, kommuniziert.

Berufstätige hingegen nutzen Facebook zum Kontakt mit Familie und Freunden, die z.B. in anderen Ländern leben, oder zum Posten von Fotos. Dabei wurde erwähnt, dass absichtlich keine Fotos von den eigenen Kindern gepostet werden. Die Fotos sind meist Selfies, Fotos mit Freunden oder inspirierende Sprüche.
Jugendliche nutzen Facebook vor allem zum Zeitvertreib, aber auch für Veranstaltungen und zum Kaufen von Gegenständen. Außerdem schreiben Jugendliche nicht mit ihren Freunden auf Facebook und ignorieren die Nachrichtenanfragen von Fremden. 

 

Snapchat

Studierende und Erwachsene nutzen Snapchat kaum bis gar nicht mehr. Jugendliche aber verschicken Bilder oder kommunizieren mit Personen „bei welchen nicht gewollt wird, dass sie die eigene Nummer haben, oder welche man noch nicht so gut kennt um per WhatsApp zu schreiben.“.

 

Würdest du einer fremden Person eher deine Instagram-, Facebook-ID oder deine Nummer geben?

Auf diese Frage antworteten alle befragten Studenten mit: „Facebook“.
Erwachsene hingegen würden Fremden die eigene Nummer geben oder sich weigern irgendwelche Kontaktdaten preiszugeben.
Alle befragten Jugendlichen waren sich einig, dass man einer fremden Person am liebsten seine Instagram-ID gibt.

 

Wenn du einen (Miet)Vertrag oder eine Rechnung bzw. Gage verschicken musst, welche Plattform nutzt du dafür? Und warum genau diese Plattform?

Bei dieser Frage, waren sich alle beteiligten einig: Verträge oder wichtige Dokumente verschickt man per Email. Studenten glauben dabei, dass Emails am sichersten sind und „es am professionellsten rüberkommt“. Erwachsene lieben bei der Email die Simplizität und Jugendliche konnten sich nicht erklären, warum sie sich für die Email entschieden hatten.

 

 

Beitragsbild: JÉSHOOTS (licensed under CC0 Creative Commons)

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