Wer auch nur halbwegs aufmerksam durch die Berliner Straßen geht oder fährt, müsste den wahrhaftigen Bike-Sharing-Boom bereits mitbekommen haben. Was hat es damit auf sich? 
Stefan Gelbhaar, Bundestagsabgeordneter Bündnis 90/Die Grünen, hat hierzu im Interview ein paar Fragen beantwortet.

von Nicola Grote

Leihfahrräder sind inzwischen überall in der Innenstadt präsent und bieten demnach auch eine schnelle und flexible Option um von A nach B zu kommen. Diese umweltfreundliche und vitale Alternative zum Auto- oder Bahnfahren gewann in den letzten Jahren an extremer Beliebtheit und die Tendenz ist weiterhin steigend. Zeitsparender als Laufen und kostensparender als Car-Sharing.

Zunehmend beschweren sich jedoch Menschen über die Platzierung der Ausleihräder. Man findet sie inzwischen häufig lieblos mitten auf dem Gehweg abgestellt oder hingelegt

bikesharig_berlin_Leihfahrrad_rentabike_Fahrradboom_Leihfahrräder_Mietfahrräder_LidlbikeGrund dafür ist die komfortable Nutzung, welche mit der Unabhängigkeit von Fahrrad-Stationen (außer deezer nextbike) einher geht. Sie werden alle „in sich“ angeschlossen, benötigen also keine speziellen Parkplätze.

Dieser Zustand wird mit dem wachsenden Angebot dieser stationsfreien Leihfahrradsysteme immer extremer, was vor allem Nichtnutzer belästigt. In Berlin ist die Erteilung einer Genehmigungspflicht in der Diskussion, welche womöglich zu mehr Ordnung oder im schlimmeren Fall zum Rückgang des Trends führen könnte. Mehr Verantwortung, Personal und höhere Fixkosten hieße es dann für die Firmen.

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Inzwischen gibt es in der Hauptstadt sieben
miteinander konkurrierende Leihfahrrradanbieter: deezer nextbike, mobike, oBike, Donkey Republic, Lidl Bike (Deutsche Bahn), Lime Bike und Byke.

Es stellt sich die Frage, ob alle Firmen überleben werden und nebeneinander den Leihfahrradmarkt in Deutschland bestimmen.

 

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Stefan Gelbhaar – Bündnis 90/ Die Grünen

Angebot schafft ja bekanntlich Nachfrage. So sieht es auch Stefan Gelbhaar und schlussfolgert, dass demnach auch mehr Fahrrad gefahren werden müsste. Das Prinzip von Mobike und Co wird angenommen. Sie platzieren weiterhin mehr Fahrräder in der Stadt.

Ob diese Strategie längerfristig funktioniert ist noch unklar. 
Es gibt bereits Spekulationen bezüglich des Datenschutzes bei einigen Anbietern. Die Aufdeckung von Missbrauch würde den Konkurrenzkampf ziemlich aufwirbeln. Zudem stehen den kleinen nationalen Bike-Sharing-Unternehmen (etwa byke) internationale Giganten (etwa mobike, oBike) gegenüber

Wichtig für Deezer nextbike und Konsorten ist, so auch Stefan Gelbhaar, dass in der Stadt sehr

viel mehr Mobilitätsstationen aufgestellt
werden müssen. Fahrradbügel bieten den Fahrrädern eine geordnete Möglichkeit zum Parken

bikesharig_berlinOb an öffentlichen Orten, vor Geschäften oder Wohnhäusern, dieLeihfahrradfirmen würden von
diesen Investitionen nur profitieren. Es wird sich zeigen, welche Anbieter und Strategien am meisten Erfolg haben werden.
Der Bessere gewinnt.

 

 

Habt ihr auch Lust bei dem schönen Wetter mehr Fahrrad zu fahren?
Dann checkt doch einfach mal die verschiedenen Angebote aus und tut was für euren Körper, Geist und die Umwelt!!

 

Titelbild: hpgruesen ; licensed under CC0 Creative Commons
Foto deezer Nextbike: Jon Worth ; licensed under CC BY 2.0
Foto Stefan Gelbhaar: Marco Fechner – Berlin 2016; CC BY-SA 4.0