Am 16.04.2018 erhielt das Nadeem-Zentrum in Kairo den 9. Amnesty International Menschenrechtspreis. Menschen aus aller Welt kamen in Berlin zusammen, um die zu würdigen, die in ihrem Leben täglich für Menschenrechte kämpfen.

– von Janni Nagel

Ein Film, der das Unrecht und Leid der Welt in Kurzfassung zeigte, eröffnete die Verleihung. Geehrt wurden die Gründerinnen des Nadeem-Zentrums, Dr. Mona Hamed, Dr. Magda Adly und Dr. Suzan Farad.  Die ägyptische Regierung verweigerte den Preisträgerinnen die Ausreise, stellvertretend nahm  Dr. Taher Mokhtar den Award entgegen. Auch er arbeitete als Arzt in dem Zentrum, bevor er nach einer Verhaftung Ägypten verließ.

In ihrem Heimatland setzten sich die Frauen für Opfer staatlicher Folter ein. Sie bieten den Menschen medizinische und psychologische Hilfe an und kämpfen für die Rechte ihrer MitbürgerInnen. 2017 wurden das Nadeem-Zentrum  unter der Regierung von Sisi zwangsgeschlossen. Der ägyptische General und Politiker steht für die meisten Vortragenden des Abends in direkter Verbindung mit der Brutalität, die in dem nordafrikanischen Land den Alltag bestimmt. Den BetreiberInnen wird vorgeworfen, Gelder aus dem Ausland zu empfangen und illegal zu arbeiten.

Die Redner des Abends Markus N. Beeko, der Generalsekretär von Amnesty Deutschland und der Generalsekretär von Amnesty International, Salil Shetty, waren sich am Ende ihrer Ansprachen einig: Staaten wie Deutschland müssen Staatsoberhäuptern wie Sisi politisch entschlossen entgegentreten. Beeko wirft der Bundesregierung vor, mit Sicherheitsbehörden zusammenzuarbeiten, die maßgeblich für schwere Menschenrechtsverletzungen verantwortlich sind. Sie würden mit den engen wirtschaftlichen Beziehungen die Verstöße gegen die Menschenrechte in Kauf nehmen.

Zu den musikalischen Akteuren des Abends gehörte unter anderem Damian Rice . Mit dem Vers „What is it you’re thinking that will happen if you do?“ berührte der Ire alle Anwesenden und appellierte zugleich an jeden von uns, für die Menschenrechte einzustehen.

 

Beitragsbild: J. K. Nagel