Eine Wohnung in Berlin zu finden wird immer schwieriger. Von 2010 bis 2016 stiegen die Mietpreise um 50% und seitdem verzweifeln vor allem Studenten an den überteuerten Preisen. Wie sieht die Situation in den nächsten Jahren aus? 

von Melisa Daglar

„Bezahlbare Wohnungen werden immer knapper und es wäre nicht auszuschließen, dass auch die Mieten in Berlin weiter steigen werden“, so der Pressesprecher des Studentenwerks, Jürgen Morgenstern. Das Studentenwerk in der Hardenbergstraße, vertritt die Meinung, dass sich der Wohnungsmarkt für Studierende immer mehr zugespitzt hat. 

Erhöhung oder Rückgang? – Das sagen die Experten

„Wohnungen in Berlin sind rar. Bis 2025 wird es dabei bleiben“, so Arnt von Bodelschwingh (Geschäftsführer des Forschungs- und Beratungsinstituts RegioKontext) in einem Gespräch mit der Berliner Zeitung. Er ist der Meinung, dass wir in den nächsten Jahren keinen Rückgang der Miet- und Kaufpreise erleben werden. Die Mieten könnten sogar noch weiter ansteigen“, spekuliert er. 

Immobilien-Experte Harald Simons behauptet das Gegenteil. In der Berliner Zeitung sagt er einen Rückgang der Miet- und Kaufpreise in den nächsten fünf Jahren voraus. Außerdem soll es in den nächsten Jahren keine weiteren Mieterhöhungen geben. Die geplanten Neubauten sollen den Wohnungsmarkt entlasten und der Zuzug nach Berlin soll sich aufgrund der hohen Mietpreise verringern. „Wer früher aus der Prignitz nach Berlin zog, der geht jetzt nach Rostock oder Leipzig“, so Simons. 

Von Bodelschwingh sieht das anders. Berlin habe sich seiner Meinung nach zu einem relevanten Wirtschafts- und Hochschulstandort entwickelt und ist kulturelle Metropole. „All das spricht für fortgesetzten Zuzug von außen.“ Daher rechnet er mit einem Anstieg der Einwohnerzahl und somit einer steigenden Nachfrage an Wohnungen.

Eins ist Fakt: Berlin braucht mehr Wohnungen– vor allem im unteren Preissegment. Der Senat geht zurzeit von 137.000 Wohnungen aus, die bis 2025 benötigt werden.

Titelbild: Jaro.p CC BY-SA 3.0