Es ist die Zeit des Jahres, in der Musik-Genres keine Rolle spielen: Von Wham! bis hin zu Michael Bublé ist wieder alles erlaubt. Auch die Popsängerin Sia veröffentlichte ihr erstes Weihnachtsalbum „Everyday is Christmas“ am 17. November 2017.

– von Katharina Maria Reddemann

Der Song „Santa is coming for us“ läuft derzeit ständig in den Radios und jeder erkennt die einzigartige, rauchige Kratzstimme sofort. Doch was allerdings nicht passt, ist der Stil.

Sias Songs sind bekannt für melancholische und tiefgründige Kompositionen, die begleitet von ihrer Stimme wie „Songs für Psychater“ klingen, wie der Spiegel online sie einst bezeichnete. Ihre Weihnachtslieder hingegen klingen wie unfertige Kompositionen, als öffnete man an Weihnachten ein Geschenk und findet Socken mit Preisschild.

Popsängerin Sia

Popsängerin Sia

Über das gesamte Album hinweg erweckt einen das Gefühl, ihre einzigartige Stimme und die traditionellen Christmas-Popmelodien werden nicht eins. Auch die Sleigh-Bells im Hintergrund versagen beim Versuch, Weihnachtsstimmung hervorzurufen.

Textlich probiert sich Sia ebenfalls an klassischen Weihnachtsklischees, die wir bereits von Mariah Carey und Britney Spears kennen. Was mit „Santa is coming for us“ voerst zweideutig klingt, entwickelt sich zu einem braven, für Sia untypischen Christmascharol. Es mag also nur Zufall sein, dass Sias Christmasalbum von Greg Kurstin produziert wurde, der ebenfalls Kelly Clarksons „Wrapped in red“ produzierte.

 

Beitragsbild: TerriC (CC0 Creative Commons)

Foto Sia: Kirk Stauffer Public Domain