Für jedes Unternehmen bedeutet Weihnachten: Die beste Marketingkampagne aller Zeiten muss her. Aldi UK hat dieses Jahr allerdings auf ihre Kampagne von 2016 gesetzt. In Großbritannien löst es Begeisterung bei den Kunden aus.

von José Amaro

Auch 2017 ist der Star des britischen Aldi-Weihnachtsspots nicht etwa ein Mensch oder gar ein Tier, sondern eine Karotte. Kevin heißt die Kult-Karotte, die sich in seine Artgenossin Katie verliebt. Auf emotionaler Ebene ein gelungenes Video, das dem einen oder anderen sogar ein „Aw“ entlockt.

Die Agentur McCann hat somit an den Weihnachtsspot 2016 angeknüpft und es crossmedial ausgeweitet. Outtakes des Spots gibt es auf Youtube. In Katie’s Kitchen zeigt Katie Weihnachtsrezepte und Geschenkideen. Kevin informiert seine Follower im Social Media über die neusten Geschehnisse. Und seine Fans? Die posten fleißig unter #kevinthecarrot, wie sie Kevin- und Katieplüschtiere an ihren Weihnachtsbaum hängen.


Warum finden Werbefiguren einen solchen Anklang in der Öffentlichkeit?

„Seit der Steinzeit sind Menschen fasziniert von einem animierten Umfeld.“, so Prof. Dr. Clemens Schwender, Professor für Medienpsychologie an der SRH Hochschule der populären Künste Berlin. „Tiere, Natur und leblose Gegenstände wurden vermenschlicht um die Welt besser zu verstehen.“ Heutzutage, sollen die Maskottchen vor allem bei Kindern eine emotionale Anknüpfung zur Marke schaffen. Im besten Falle beeinflusst es die Kaufentscheidung.

schwender

Prof. Dr. Clemens Schwender

Bestimmte Leitfäden bei der Maskottchenbildung gibt es allerdings nicht. „Das Kindchenschema ist aber ein ganz wichtiger Aspekt.“, meint Schwender. Unter Kindchenschema versteht man die Verniedlichung von Figuren, die beispielsweise durch große Augen und kindliche Züge gekennzeichnet sind. Dies spricht Erwachsene an, die sich instinktiv um Kinder oder kinderähnliche Figuren kümmern wollen und einfacher liebgewinnen.

Warum sind Maskottchen für das Marketing vorteilhaft?

Bei Werbefiguren, wie Kevin The Carrot, ist der Begriff „Storytelling“ sehr wichtig. So werden einer Karotte eigene Charakterzüge und Erlebnisse zugeschrieben. Die Werbefigur wird derart vermenschlicht, dass sie über das Konzept eines bloßen Werbeutensils hinausgeht und zu einem Testimonial wird, das für die Qualität der Produkte bürgt.

Für das Marketing sind die Figuren interessant, weil sie kontrollierbarer sind als Menschen. Kevin The Carrot, wird wohl nie durch einen Skandal, seine Glaubwürdigkeit verlieren. Zudem wird er nie älter: Das Marketing kann ihn über Jahre hinweg in den Kampagnen einbringen.

Eins wird also klar: Maskottchen werden in der Zukunft immer noch vorhanden sein und Kevin The Carrot, zeigt uns, was im heutigen Marketing und Storytelling möglich ist. Am 11.12. hat AldiUK die diesjährige Kampagne mit einem Spot abgeschlossen: Kevin und Katie haben Nachwuchs bekommen!

Neben der Karotte, liegt dieses Jahr ein anderes, eher ungewöhnliches Gemüse im Trend. Welches es ist findet ihr hier: Gurken zu Weihnachten.

 

 

Beitragsbild: Markus Spiske freeforcommercialuse.net from Pexels
https://www.pexels.com/photo/carrots-food-food-photography-fresh-172070/

Foto: SRH Hochschule der populären Künste (hdpk) 
https://www.hdpk.de/de/hochschule/hochschulteam/schwender-clemens/