Der diesjährige Reformationstag scheint für viele Berliner Grund genug zu sein, um grundlos feiern zu können. Denn was genau eigentlich zelebriert wird und warum, ist einigen unserer Mitmenschen gar nicht bewusst.

von Katharina Maria Reddemann

Wenn die Lebensmittelgeschäfte voll und lange Schlangen an den Kassen unausweichlich sind, ist sofort klar: Die Berliner erwarten einen Feiertag. Bedanken dürfen sie sich dafür bei der Ministerpräsidentenkonferenz, bei der im Dezember 2012 der Vorschlag eingereicht wurde, den Reformationstag 2017 als bundesweiten Feiertag zu verzeichnen. Anlässlich des 500. Jahrestages von Martin Luthers 95 Thesen, willigten die einzelnen Landtage ein.

Die Bürger der allseits benannten, bunten Kulturstadt Berlin nutzen diesen Beschluss natürlich gerne aus, um diesen bezahlten, freien Arbeitstag zu zelebrieren. Dabei machen sie sich offensichtlich weniger Gedanken über die Hintergründe des Festtags. Wie denn auch – das Organisieren eines verlängerten Wochenendes mit Brückentag ist eben sehr zeitaufwendig.

Einige Tage vor dem Reformationstag am Alexanderplatz:

 

Beitragsbild: Public Domain

Ton/Schnitt: Katharina Maria Reddemann