Das Aussehen ist für die Menschen in unserer Gesellschaft immer wichtiger. Vor allem in den letzten Jahren hat sich das Bewusstsein für Gesundheit und körperliche Fitness grundlegend verändert.
Die Lebensmittelindustrie hat sich schnell an diesen Trend angepasst; Raw- und Superfoods sind Ernährungstrends, die durch den Wandel entstanden und mittlerweile fester Bestandteil auf Tellern und Speisekarten sind.

Your body is made in the kitchen“- nach diesem Motto wurde lange gelebt und gekocht. Doch nun rückt die körperliche Fitness immer mehr in den Mittelpunkt. Wie bringt man sich am besten und schnellsten in Form? Die Antwort scheint leicht: Im Fitnessstudio natürlich. Mit cooler Musik, motivierenden Trainern, einer Vielzahl an Kursen und vor allem: zum Schnäppchenpreis!
Die Angebote sind verlockend. Kein Wunder also, dass Fitnessstudios immer gefragter werden und die Mitgliederzahlen exponentiell steigen.

Der Markt boomt!

Laut Statista waren 2016 rund 10,08 Millionen der Deutschen im Fitnessstudio angemeldet. 2003 waren es noch weniger als die Hälfte (4,38 Mio.). Billige Discountanbieter wie Branchenführer McFit gewinnen immer mehr an Beliebtheit. Bei „High 5,“ einer Unterkette von McFit, kann man sogar für nur schlappe 9,99,- monatlich, trainieren.

Professor Dr. Jens Flatau, Leiter für Sportökonomie an der Christian-Albrechts-Universität Kiel hat eine Erklärung für dieses Phänomen: „Wie bei allen Produkten, ist es auch beim Dienstleistungsprodukt Fitnesssport. Am Anfang sind Mitgliedschaften teuer und dann zieht der Massenmarkt nach, der auch diejenigen bedient, die nicht viel zu zahlen bereit sind.
Dazu gehören etwa Personen, die nur gelegentlich in ein Fitnessstudio gehen. Hinzu wird der Fitnesssport immer beliebter bei jüngeren Menschen. Mittlerweile gehen schon 14-Jährige ins Fitnessstudio. Die haben natürlich nicht so viel Geld, um sich ein Premiumstudio leisten zu können.“

Und wie steht nun der Sportökonome dem ganzen Fitnesstrend gegenüber? Grundsätzlich kann er nichts Negatives daran erkennen. Er sei da ganz der liberale Ökonom. Wenn Menschen gerne trainieren wollen, dann sei es doch gut , dass es Anbieter gibt, die es ihnen, in unterschiedlichen Qualitäten und zu unterschiedlichen Preisen, ermöglichen. Selbstverständlich hat auch der Fitnesssport ein gewisses Suchtpotenzial, was gefährlich werden kann. Aber dies habe weder etwas mit den Anbietern noch mit dem Fitnesssport selbst zu tun, so Prof. Dr. Jens-Flatau.

„Nicht zu unterschätzen ist der Einfluss von sozialen Medien“

,dies mahnt der Sportökonome dabei an. „Sie treiben die Visualisierung des Alltagslebens und damit die Bedeutung des Aussehens immer weiter voran.“ Durch den damit entstehenden Druck, fühlen sich viele gewissermaßen gezwungen, dem durch die Medien angestrebten Schönheitsideal nachzueifern.

Allerdings bringen die sozialen Medien auch einen positiven Aspekt, hinsichtlich des Fitnesstrends, mit sich. Sie fördern den gegenseitigen Austausch über das Sporttreiben, was auf viele motivierend wirken kann.

Zudem sind die sozialen Medien eine sich momentan rasant entwickelnde Werbeplattform, über die Fitnessgüter wie Bekleidung oder Nahrungsergänzungsmittel wunderbar vermarktet werden können.

Ist der Fitnesstrend ein temporäres Phänomen?

Prof. Dr. Jens-Flatau blickt optimistisch in die Zukunft: „Ich glaube, dass wir das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht haben, denn das Aussehen wird immer mehr an Bedeutung gewinnen. Auch bei älteren Menschen, die im Zuge des demographischen Wandels einen zunehmenden Anteil an der Bevölkerung ausmachen, sind Fitnessstudios mit ihren zahlreichen gesundheitsorientierten Angeboten sehr beliebt. So lange die Kaufkraft der Bevölkerung nicht erheblich zurückgeht bzw. die Arbeitslosigkeit stark zunimmt, dürfte die Branche weiter boomen.“

So wie es aussieht, ist das Ende der Fitnessbranche noch lange nicht erreicht und man kann gespannt sein, wie sich der Trend zukünftig entwickelt.

Bild: AlexVan CC0 Public Domain