Gestern war es soweit. Barack Obama verlässt sein Amt nach acht Jahren als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Nicht nur mit den Worten „Obama  out!“ , sondern er lässt uns auch mit seinen eindringlichen Worten, die in unseren Köpfen nachhallen, zurück. Ich habe für Euch die Verabschiedung Obamas und die Antrittsrede von Donald Trump verfolgt.

von Mariella Doblhofer

Barack Obama verabschiedet sich nicht wie die Präsidenten vor ihm rückblickend auf die vergangenen Jahre, sondern schaut mit den Bürgern in die Zukunft. In die unberechenbare Zukunft mit Donald Trump als 45. Präsidenten der USA. In Obamas Abschiedsbrief an die amerikanische Bevölkerung schreibt er: „Und wenn die Fortschrittskurve langsam zu verlaufen scheint, denkt daran: Amerika ist nicht das Projekt einer Einzelperson“, und appelliert damit für die Einhaltung demokratischer Ideale. „Das mit Abstand mächtigste Wort in unserer Demokratie ist das Wort WIR.“


Amerika das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, wo Träume noch wahr werden. Aber einen Präsidenten wie Donald Trump haben sich viele Amerikaner nicht erträumt. Vielmehr ist es ein Albtraum. Ich frage mich, wie das passieren konnte.


Da steht er, der 45. Präsident der Vereinigten Staaten und hält seine Antrittsrede. Anders als bei Obama, der Begeisterungsstürme mit den einfachen Worten „Yes, we can!“ auslöste, stehen bei seiner Rede viele Demonstranten.

Seit fünfzehn Minuten höre ich der Karikatur eines Präsidenten nun schon zu. Er wiederholt die schwachen und inhaltslosen Worte, die wir bereits aus seiner Wahlkampfrede kennen. Dann spricht er über die bevorstehenden Amtshandlungen. An erster Stelle, das macht er deutlich, steht für ihn Amerika. Das ist ja für ein Landesoberhaupt nicht die schlechteste Einstellung. Allerdings lässt sich das, seiner Formulierung nach zu urteilen, nicht mit der Zufriedenheit der anderen Nationen vereinbaren. Welche Wege wird er dafür einschlagen?

Wird die Mauer wieder zum Trend?

Überall auf der Welt wurden Mauern eingerissen. In Amerika soll eine Mauer Mexiko von den USA trennen, um illegale Einwanderung zu verhindern. Das Statement des mexikanischen Staatschef Enrique Peña Niete fiel nüchtern aus: „Natürlich wird Mexiko nicht für die Mauer bezahlen“.

Aber nicht nur Mexiko nimmt die Androhungen Trumps sehr ernst. Auch Europa muss stärker zusammen halten. Denn alles, was Europa spaltet, dient dem „Geschäftsmann“ Donald Trump. Seine Rede ist eine einzige Kampfansage. Es ist zu befürchten, dass er versuchen wird, seine “Drohungen“ umzusetzen.

Man sollte annehmen, dass solche Äußerungen oder Taten wie die Belustigung über einen behinderten Journalisten bereits vor der Wahl für sich sprachen. Doch offensichtlich muss ein solcher Mensch erst gewählt werden, um die Menschheit in Angst und Schrecken zu versetzen. Frank Graham (Evangelist) sprach als ausgewählter Geistlicher nach der Rede Trumps: „Regen ist ein Segen, so heißt es in der Bibel. Und als Sie, Mr. President, angefangen haben ihre Rede zu halten, hat es angefangen zu regnen.“ Das kann man auch anders interpretieren.

„Dieser Tag, der 20.01.2017 wird uns in Erinnerung bleiben.“, mit diesen Worten hat Trump wahrscheinlich sogar recht.

„Mariella – out!“

 

 

 

 

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