Scheitern ist durchaus ein relevantes Thema unserer Kultur. Nicht, dass wir darüber sprechen würden – nein – aber es ist auch hier allgegenwärtig.

Scheitern sollte nichts Negatives sein. Bedauerlicherweise ist es genauso in Deutschland stigmatisiert.

Hier bei uns im Lande ist es nicht so einfach wieder auf die Beine zu kommen. Ist man einmal durch alle Netze gefallen, so vertrauen einem die Leute nicht mehr und gehen davon aus, es würde wieder passieren. Andere Kulturen sind uns darin einen erheblichen Schritt voraus. In Mexiko und Amerika hat man Vertrauen in Leute, die bereits gescheitert sind. In Amerika werden Fehler in Unternehmen sogar „gefeiert“, in dem man sie erzählt.  Danach wird davon ausgegangen, dass bestimmte Fehler nicht noch einmal begangen werden.

„Als wäre das Scheitern eine Frage des Schicksals“Wolf Kampmann, Dozent einer Privathochschule in Berlin.

Der Gedanke des Scheiterns lebt in jedem, doch jeder geht anders damit um.

Der mittelalterliche Philosoph Anselm von Canterbury sagte einst: „Es gibt kein gut und böse, denn das Böse ist immer nur die Abwesenheit des Guten.“

Jeder scheitert einmal, ob im Privatleben, bei der Arbeit, an der Umsetzung einer Idee. Tagtäglich gründet sich ein neues Unternehmen, ein Startup auf der Welt und jedes ist sich über das Risiko des Scheiterns bewusst. Doch würden wir als Gesellschaft offen und ehrlich auch über die Misserfolgsgeschichten erzählen, so können wir aus unseren eigenen und den Fehlern anderer nur gewinnen.

Um dies zu ermöglichen, stellt die FuckUp Night Berlin monatlich eine Plattform zur Verfügung, um: „… Scheitern politisch, gesellschaftlich und persönlich zu entstigmatisieren“. Dazu berichten Sprecher aus aller Welt von ihren Malheurs sowie kleinen und großen Desastern.

Ob Pfarrer mit Burnout, Schauspielerin mit Realisierungsschwierigkeiten oder Start-up Gründer mit Geldproblemen. Ganz getreu dem Motto: „Sometimes you win. Sometimes you learn.“

All diese Geschichten geben uns Mut scheitern nicht mehr als schlecht, sondern als hilfreich anzusehen, aus Fehlern zu lernen, aufzustehen, wenn wir hingefallen sind. So auch der Journalist und Dozent Wolf Kampmann, der hinzufügt: „Scheitern ist eine essenzielle Komponente des Lebens und wer die Angst vor dem Scheitern nicht kennt, weil er noch nie gescheitert ist, der wird niemals den Triumph des Erfolgs kennenlernen.“

In Deutschland wird ein besonderes Augenmerk auf Richtig und Falsch gelegt. Wir definieren „Scheitern“ als falsch, daher können wir es nicht akzeptieren. Um gegen diese Stigmen anzukämpfen und das Denken in Richtig- und Falsch Schemata zu schmälern, wäre das gegenseitige berichten unserer Erfolgsgeschichte. Vor allem nicht dort aufzuhören, sondern auch von Misserfolgen zu erzählen ein Schritt in die richtige Richtung.

 

 

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