Heutzutage ist bei Spendenprogrammen von großen Konzernen Skepsis angebracht. Man kann nie wissen, ob es wirklich um die Wohltätigkeit geht. Wie ist das bei Amazon Smile?

– von Christian Hillefeld

Im Oktober 2013 startete Amazon im englischsprachigen Raum seinen Spendenservice, der jetzt auch in Deutschland verfügbar ist.

Jeder, der sich auf smile.amazon.de mit seinem normalen Amazon Account anmeldet, spendet 0,5 Prozent des Einkaufswerts an eine Wohltätigkeitsorganisation seiner Wahl.

Doch wer profitiert am Ende?

Auch wenn Amazon die Spenden nach eigenen Angaben nicht von der Steuer absetzt, dürfte der Konzern selbst den größten Nutzen haben.

Schon seit Jahren haben sich Organisationen auf Charity-Shopping-Portalen wie boost-project.de oder bildungsspender.de zusammengetan. Diese Seiten bieten Affiliate Links von vielen Onlineshops (Zalando, Otto, Ikea). Kauft jemand über diese Links ein, bekommen die Organisationen einen Anteil von dem Einkaufspreis. So konnten im Jahr 2012 über 2,6 Millionen Euro gespendet werden. 20 Prozent davon wurden über Amazon Links eingenommen.

Doch dieser Anteil fällt jetzt weg. Nach Ankündigung von Smile hat Amazon das Affiliate Programm für diese Seiten beendet. Soziale Organisationen verlieren so eine Menge Geld. Das Affiliate Programm hat zwischen einem und zehn Prozent des Preises weitergegeben – Smile hingegen nur 0,5 Prozent.

Am Ende profitieren der Konzern und das eigene Gewissen. Amazon spart Geld, verbessert das eigene Image und der Kunde hat beim Einkaufen das Gefühl, etwas Gutes zu tun.

Titelbild: Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0