Während die Berliner Rot-Rot-Grüne Regierung im neuen Koalitionsvertrag Meinungen durch Prioritätensetzung von Fördermitteln spaltet, zeigt sich an Schweden schon seit Jahrzehnten, wie man in Pop-Kultur investieren sollte. Oder? Wir haben die Truckfighters und Magic Potion zu diesem Thema befragt.

Musik aus Schweden kennen wir alle: Sei es Indie Pop von Lykke Li, EDM à la Avicii, Metal von Legenden wie Bathory oder akribisch reduzierter Pop aus Max Martins und Shellbacks Songschmiede. Was Schweden für Maßnahmen trifft, die diesen Erfolg ermöglichen und welche Aspekte wir uns in Deutschland abschauen sollten, erklären wir in dieser zweiteiligen Serie.

“Eine höhere Prozentzahl der Bevölkerung Schwedens spielt ein Instrument als irgendwo sonst auf der Welt”, sagt Magnus Pejlert von den schwedischen Kulturförderern Sensus. Woran liegt das?
Förderung setzt in Schweden schon im Kindesalter an: Fast jeder lernt während der Schulzeit ein Instrument. Das ist Tradition und beinahe kostenlos. Denn das Musikunterrichtsangebot an staatlichen Schulen ist attraktiv gestaltet und Musikschulen sind im ganzen Land stark subventioniert.

In Deutschland ist hingegen die Qualität des Musikunterrichts stark vom Bildungssystem des jeweiligen Bundeslandes abhängig. Instrumente zu erlernen oder zu mieten, verursacht Kosten, die sich nicht jede Familie leisten kann. Dazu ist das Schulfach Musik bundesweit mit Problemen verbunden: Laut dem deutschen Musikinformationszentrum wird nur 70 bis 80 Prozent des Grundschul-Musikunterrichts von zuständigen, für das Fach ausgebildeten Lehrern erteilt.

Hinkt Deutschland hinterher?

Wenn es um grundlegende musikalische Erziehung geht, ja. Kreativität beginnt nicht erst mit der Erreichung des 18. Lebensjahres und ersten Erfahrungen in der Musikindustrie, wo die meisten deutschen Förderinstitutionen ansetzen.

Doch ist das Bildungssystem der Hauptgrund, weshalb Schweden als Musikexportland international so erfolgreich ist? Wir haben uns mit ein paar Musikern über ihre Erfahrungen mit Musikförderung unterhalten.

Dango, Gitarrist bei den Stoner-Rockern Truckfighters und Labelmitbegründer von Fuzzorama Records sowie die Slacker-Pop Band Magic Potion und ihre Label Boss Luke Reilly im Gespräch mit Horst.FM:

Im zweiten Teil des Beitrags, der in den nächsten Tagen auf unserer Website erscheinen wird,  stellen wir euch Förderinstitutionen aus Schweden und Deutschland vor und befassen uns mit den Gründen Schwedens internationaler Fokussierung.

 
Bild: Emelie Asplund/imagebank.sweden.se