EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat den deutschen EU-Kommissar Günther Oettinger wegen der abfälligen Bemerkungen über Chinesen und Homosexuelle  zurechtgewiesen. Oettinger solle sich künftig nur noch zu Themen äußern, die etwas mit seinem Aufgabenbereich zu tun habe, sagte Juncker der belgischen Zeitung Le Soir. Oettinger hatte vor Unternehmern, Chinesen unter anderem als „Schlitzohren und Schlitzaugen“ bezeichnet. Unser „Ranking der 9 lustigsten Reden“ zeigt: Er ist nicht der einzige, dem solche Fauxpas passieren.

Platz 9 – Der Hurensohn

Der philippinischer Präsident Rodrigo Duerte bezeichnete US-Präsident Obama als Hurensohn. Auf der ASEAN Summit in Laos, war ein Treffen zwischen Obama und Duerte geplant. Nach seiner Beleidigung ließ Obama ihn abblitzen.
Hintergrund war das harte Vorgehen Duertes gegen Drogendealer im eigenen Land. Seit seinem Amtseintritt sind ca. 2400 Menschen von Bürgerwehren ohne gerichtlichen Prozess getötet worden. Obama hatte ihn dafür kritisiert.

Platz 8 – Die Eistonne

Per Mertesacker reagierte nach dem Achtelfinale der WM 2014 gegen Algerien auf kritische Fragen des Fernsehreporters mit viel Häme. Mertesacker antwortete, das unter den letzten acht Teams der WM keine Karnevalstruppe mehr sei und das er jetzt drei Tage in die Eistonne müsse, um sich zu regenerieren. Die deutsche Nationalmannschaft konnte erst in der Verlängerung gegen den Außenseiter Algerien mit 2:1 gewinnen. Vor allem die Eistonne ist seitdem zum geflügelten Wort geworden.

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Platz 7 – Oh du fröhliche

Bundeskanzlerin Angela Merkel sorgt sich um die traditionellen Werte ihrer Christlich-Demokratischen Union. Auf einem Sonderparteitag der CDU im Oktober 2016 ist sie der Auffassung, dass die Deutschen sich wieder stärker mit christlichen Traditionen gegen Ängste vor dem Islam reagieren müssten. Sie meint: “Dann muss man eben mal ein paar Liederzettel kopieren und einen, der noch Blockflöte spielen kann, mal bitten“.
Selbst die CDU-frommen Zuhörer dieser Merkel-Worte brachen darauf in lautes Gelächter aus. Aber die CDU-Chefin meinte das ernst und beharrte: „Sonst geht uns ein Stück Heimat verloren“.

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Platz 6 – In vino veritas

Im November 1994 sprach FDP-Politiker Detlef Kleinert völlig betrunken im Deutschen Bundestag. Er kritisierte die „Aufnahmefähigkeit eines Teils der Mitglieder des Hauses“, als „offenbar nachhaltig eingeschränkt“, was angesichts seines Zustandes und seiner lallenden Artikulation zu Gelächter unter den Anwesenden führte. Klarer Fall von: „In vino veritas – Im Wein liegt die Wahrheit“. Auswirkungen hatte sein Auftritt übrigens nicht. Kleinert hatte dem Bundestag 29 Jahre lang angehört. Erst 1998 ist er ausgeschieden. Am 17. Juni 2016 verstarb Kleinert im Alter von 83 Jahren.

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Platz 5: The Aufschwung

Auf seiner ersten Pressekonferenz nach der Bundestagswahl 2009 verweigerte der FDP-Parteichef Guido Westerwelle einem Reporter der BBC eine Frage auf Englisch zu stellen. “Wir sind hier in Deutschland“, antwortete er dem Reporter. Er solle seine Frage auf Deutsch stellen. Später erklärte sich eine Journalistin bereit, die Fragen für Westerwelle zu übersetzen.

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Platz 4 – Scheiß Gesindel

Choleriker-König Klaus Kinski stritt sich bei der Uraufführung seines Werkes Jesus Christus Erlöser im November 1971 mit dem Publikum in der Deutschlandhalle in Berlin. Vor etwa 5000 Zuschauern trug Kinski den 30 Seiten langen Text des Stückes als Monolog vor. Immer wieder wurde er durch Zwischenrufe unterbrochen. Kinski fiel aus der Rolle und beschimpfte die Provokateure („Du dumme Sau!“, „Scheiß Gesindel!“), bis er einen störenden Zuschauer auf die Bühne holte.

Video: Raunchola

Platz 3 – Ich habe fertig

Ich habe fertig. Die legendäre Rede von Giovanni Trapattoni. Als Trainer beim FC Bayern München gab er im März 1998 die wohl kürzeste Pressekonferenz der Bundesligageschichte. Er ärgerte sich hauptsächlich über seine Spieler Thomas Strunz, Mario Basler und Mehmet Scholl. Sie hatten ihn zuvor, nach drei Niederlagen, wegen seiner Mannschaftsaufstellung kritisiert.

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Platz 2 – Everybody does as he pleases

Günther Oettinger. Er ist seit 2014 EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft. Im Dezember 2009 hielt er anlässlich einer Konferenz an der New Yorker Columbia University eine Rede auf Englisch, jedenfalls versuchte er es. Zuvor betonte er noch, das Englisch die Arbeitssprache werde und dass heutzutage jeder Deutsche Englisch beherrschen müsse – selbst der Facharbeiter an der Maschine. Sich selbst zählte er anscheinend nicht dazu.

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Platz 1 – 10 Minuten

Es kann nur einen geben: Edmund Stoiber. Allein für seine ges(t)ammelten Werke ist ein eigenes Ranking nötig. Die Reden über den Transrapid, den Problembären Bruno, oder die Gludernde Lot sind Kult. Fazit seiner außergewöhnlichen Rhetorik: „Das ist zwar bitter, aber nicht so bitter“.

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Titelbild: Antoine BeauvillainCC-0