Der Mindestlohn ist da, das Geld um ihn umzusetzen leider nicht. Vom Traum einer gerechten Bezahlung und so manch bösem Erwachen.

Seit Beginn des Jahres gilt in Deutschland der gesetzliche Mindestlohn von 8,50€. Auch wenn dieser in manchen Branchen, wie etwa in der Fleischindustrie oder der Land- und Forstwirtschaft erst im Jahr 2017 vollständig umgesetzt wird, ist er bei vielen Erwerbstätigen bereits angekommen.

Die von Kritikern angekündigten Entlassungswellen sind bisher ausgeblieben. Jedenfalls wenn man nach der Statistik geht. Hier ist kein Anstieg der Arbeitslosenzahlen zu erkennen. Viele Einzelschicksale, die seit Einführung des Mindestlohns laut geworden sind sprechen jedoch eine andere Sprache: Besonders kleine und gemeinnützige Unternehmen sind gezwungen Mitarbeiter zu entlassen und kämpfen nicht selten um ihre Existenz. Doch auch wer seinen Job nicht verliert steht mit dem Mindestlohn nicht immer besser da.

Wie wirkt sich der Mindestlohn auf Studenten aus?

Was besonders bei Studierenden für Unmut sorgen könnte ist die Auswirkung des Mindestlohns auf Praktikumsangebote. Pflichtpraktika fallen bislang nicht unter den Mindestlohn für Praktika. Bei einem freiwilligen Praktikum sieht es jedoch anders aus. Das Gesetz sieht vor, dass ein Praktikum, dessen Laufzeit drei Monate überschreitet, mit dem Mindestlohn vergütet werden muss. Grundsätzlich ist diese Maßnahme sinnvoll und verhindert, dass Unternehmen ihre neuen Mitarbeiter unverhältnismäßig in der Praktikumsstellung halten. Die Folge dieser Regelung ist jedoch ebenso logisch wie ärgerlich – viele Unternehmen schreiben ihre Praktikumsplätze nur noch für drei Monate aus. Zu kurz für jeden, der gerne nützliche Erfahrungen sammeln möchte.

Unser Kommilitone Heiko, 4. Semester Medienmanagement, ist mehr emotional als finanziell von dem neuen Gesetz betroffen. Er schildert uns, wie er zu der Lohnuntergrenze steht: