Sieben indische Frauen treffen sich zu einem Junggesellinnenabschied auf Goa. Es wird gelacht, getanzt und getrunken. Das zeigt der Trailer des neuen Kinofilms „7 Göttinnen“, der in den deutschen Kinos läuft. Eigentlich aber geht es um sexuelle Gewalt gegenüber Frauen, Diskriminierung und die schwache Reaktion der indischen Polizei darauf.

 

Anti-Bollywood-Geschmuse

Es geht um sieben indische Frauen, die an verschiedenen Punkten ihres Lebens stehen. Die erste Hälfte des Films zeigt die scheinbar heile Welt der Göttinnen. Sie kommen aus der Mittelschicht, sind mehr oder weniger erfolgreich in ihren Berufen und scheinen frei und unabhängig zu sein. Alle von ihnen kennen Freida (Sarah Jane Dias), die einlädt, ihre Hochzeit zu feiern. Zunächst vermittelt der Film das Gefühl ein neuer, typisch indischer, Bollywoodstreifen zu sein, der indische Schönheiten beim Leben und Tanzen zeigt. Mit dem Unterschied, dass es diesmal um Frauen geht. Indische Filme beschäftigen sich normalerweise nur mit dem Leben und den Gefühlen der männlichen Hauptrollen. Frauen müssen nur schön aussehen. Die Aussage in 7 Göttinnen ist jedoch genau das Gegenteil. Es geht um alltäglichen Sexismus, den Frauen auf der ganzen Welt, aber vor allem in Indien erfahren. Es geht um Vorurteile, Homosexualität und Gewalt. Die Reaktion der indischen Polizei auf einen Sexualmord an einer der Hauptfiguren ist erschreckend. Die Frauen werden beschuldigt durch ihre Kleidung zu provozieren und die Anzeigen verlaufen im Sand.

Indische Polizei und Regierung werden stark kritisiert

Anfänglich hat die indische Regierung den Film verboten und war empört über das Aufzeigen von gesellschaftlichen und politischen Missständen gegenüber Frauen. In Indien kann Homosexualität nach einem Gesetz mit dem Tod bestraft werden. Auch darum geht es im Film. Die Regierung wird dabei stark kritisiert.  Nach langer Diskussion und mit viel Zensur lief er doch in den indischen Kinos an. Die Medien ließen jedoch kaum ein positives Wort darüber fallen. Glitzerndes Bollywood-Geplänkel kommt bei ihnen besser an.

In der westlichen Welt ist der Film im Gegensatz dazu schon mehrfach preisgekrönt. Persönliche Reaktionen von Menschen aus aller Welt, so die Schauspieler, waren ausschließlich positiv.

Emotionale Entstehung

Die schauspielerische Leistung der Frauen ist überragend. Sie spielen authentisch und die Emotionen der Rollen sind . Für einige von den Darstellerinnen ist es das erste mal vor einer Kamera.

Zwei Jahre recherchierte das Team um Pan Nalin, um möglichst realistische Inhalte zu finden.

Es gibt kein Drehbuch sondern nur eine grobe Idee. Die Darstellerinnen hatten 14 Tage Zeit sich nur mit ihrer Rolle auseinanderzusetzen und sie selber zu entwickeln. Ziel war es Schauspieler und Rolle zu einem authentischen Charakter zu vereinen.

Darstellerin Amrit Maghera (Joanna) erklärt bei einer Pressekonferenz in Berlin: „dass der Film etwas bewegen solle. Es müsse auf die alltäglichen Probleme für Frauen in Indien aufmerksam gemacht werden. Wenn die Zuschauer etwas fühlen, dann können wir etwas verändern“.

Auch wenn manche Wendungen vorhersehbar sind, wirkt der Film nicht problemüberladen. Trotz aller Verbote und Zensur, im Innenland, feiert der Film internationale Erfolge. Er macht auf gesellschaftliche und politische Probleme indischer Frauen aufmerksam. Auf jeden Fall sehenswert.

Video: Youtube Moviepilot Trailer

Bild:Nichalp (CC BY-SA 3.0)