Von Maria Götzel für BLN.FM

Ber­lin bringt der­zeit über 2500 Flücht­linge in den Han­gars des Flug­ha­fens Tem­pel­hof unter. Jetzt sind die Hal­len voll. Des­halb will der regie­rende Bür­ger­meis­ter Michael Mül­ler auf dem Tem­pel­ho­fer Feld Trag­luft­hal­len oder Con­tai­ner für 5000 Flücht­linge bauen, berich­tet die B.Z.. Am Rand des Fel­des am Bahn­hof Tem­pel­hof soll dafür ein Strei­fen genutzt wer­den, der 200 Meter breit ist. Das ist auch der Platz, an dem der Senat ursprüng­lich die neue große, zen­trale Biblio­thek Ber­lins hin­bauen wollte.

2014 hat­ten die Ber­li­ner dafür gestimmt, dass das gesamte Feld nicht bebaut wer­den darf. Das Ver­bot gilt auch für tem­po­räre Bau­ten, meint Til­man Heu­ser, der die Bür­ger­bei­tei­li­gung zur wei­te­ren Gestal­tung Tem­pel­hofs koor­di­niert. Oli­ver Wied­mann vom Ver­ein Mehr Demo­kra­tie, Befür­wor­ter für Volks­ent­scheide, meint in der taz, man müsse die Debatte noch mal öffnen, wenn sich die Umstände deut­lich geän­dert hät­ten. Doch das Ergeb­nis des Volks­ent­schei­des dürfe man nicht ein­fach so kippen.

Andere Kri­ti­ker des Senats sehen im Vor­ha­ben den Ver­such, das Ergeb­nis vom Volks­ent­scheid durch die Hin­ter­tür rück­gän­gig zu machen. Die Flücht­lings­un­ter­brin­gung darf nicht instru­men­ta­li­siert wer­den, sagt Antje Kapek, Stadt­ent­wick­lungs­ex­per­tin der Grünen-Fraktion, der taz. Die Links­frak­tion sieht das genauso, wie deren flücht­lings­po­li­ti­scher Spre­cher Hakan Taz gegen­über dem RBB sagte.

Ob aber genug Zeit für eine län­gere Dis­kus­sion über das Vor­ha­ben bleibt, wenn die Unter­brin­gung der neu ankom­men­den Flücht­linge gerade jetzt ein drin­gen­des Pro­blem ist?

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Foto: Kai La Quatra